Transplantation (LTX oder OLT)

Eine Lebertransplantation ist die einzige wirksame Massnahme, wenn die Leber so schwer geschädigt ist, dass sie ihre Stoffwechsel-Funktionen nicht mehr erfüllen kann. Ein Leberversagen ist lebensbedrohlich. Zu derart schwerwiegenden Leberschäden, die eine Lebertransplantation begründen, führen chronische Lebererkrankungen, Gallenwegerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, akutes Leberversagen und Leberkrebs, wenn er noch nicht zu weit fortgeschritten ist. In der Schweiz werden jährlich etwa 100 Lebertransplantationen durchgeführt.

Kriterien für eine Lebertransplantation

Nicht jeder Patient bekommt eine Lebertransplantation, weil es dafür zu wenige verfügbare Organe gibt. Manche Menschen sterben, weil es für sie nicht rechtzeitig ein Organ gibt.

Eine Lebertransplantation kann nicht immer durchgeführt werden, auch wenn ein entsprechendes Organ verfügbar wäre. Im Falle einer Blutvergiftung (Sepsis), einer anderen Krebserkrankung, die nicht (nur) die Leber betrifft, einer fortgeschrittenen Herz- oder Lungenerkrankung oder einer voll ausgebildeten AIDS-Erkrankung wird eine Lebertransplantation nicht vorgenommen.
Bei Patienten über 65 Jahren, bei Menschen mit Thrombose des gesamten Pfortadersystems, bei fortgeschrittener Mangelernährung oder zusätzlichen schweren Organerkrankungen, Alkohol- oder Drogenmissbrauch, HIV-Positivität kann eine Lebertransplantation ebenfalls nicht gewährleistet werden.

Für die «Verteilung» der Lebern wird eine nationale Lebertransplantationswarteliste geführt. Ein Patient wird dann auf die Warteliste gesetzt, wenn er/sie die erforderlichen Kriterien erfüllt und in absehbarer Zeit eine Transplantation brauchen wird. Bei Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung wird anhand der Blutwerte das Risiko ermittelt, innerhalb der nächsten drei Monate zu sterben, ohne neue Leber. Ist das Risiko gross, steigt die Chance auf eine Organtransplantation.