Leberschäden durch Arzneimittel

Medikamente werden hauptsächlich über die Leber abgebaut. Bei der ärztlich vorgeschriebenen Dosierung und Therapiedauer sollten keine Leberschäden auftreten. Einige Menschen scheinen jedoch besonders empfindlich auf Medikamente zu reagieren und bilden selbst bei üblicher Dosierung Leberschäden aus. In der Regel braucht es für eine toxische Leberschädigung eine längerfristige Überdosierung von Arzneimitteln. Wie lange es dauert (Latenz) bis sich Leberschäden zeigen, ist bei einer versehentlich oder absichtlich überdosierten Einnahme von Arzneimitteln völlig unterschiedlich.

Symptome

Tritt eines der folgenden Symptome während einer Therapie mit Medikamenten auf, informieren Sie ihren Arzt darüber: Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen, Juckreiz, Hautrötung, Gelbsucht, Stuhlentfärbung sowie Urin-Dunkelfärbung.

Prävention

Es gibt keinen Test, um die nicht schädliche Dosierung von Medikamenten für den einzelnen Patienten zu ermitteln. Bei Menschen mit Übergewicht, höherem Alter und bei Frauen ist besondere Aufmerksamkeit geboten, um mögliche Symptome sofort zu erkennen und damit Leberschäden zu verhindern. Leberschäden bei diesen Gruppen sind bei der empfohlenen Dosis dennoch eher selten.

Ein erhöhtes Risiko ihrer Leber zu schädigen haben Menschen, die Medikamente länger einnehmen, als die Therapie dauert oder die Dosis selbst erhöhen, ob versehentlich oder absichtlich. Personen die ohne ärztliche Absprache mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen setzen sich ebenso einem erhöhten Risiko aus.

Es ist ratsam, den Beipackzettel der Arzneimittel zu lesen. Da sind Anmerkungen zur Einnahme und Dosierung zu finden. Ob bei der Einnahme mehrerer Medikamente Wechselwirkungen auftreten können, sollte vorgängig bei einem Arzt abgeklärt werden (gilt auch bei Naturheilmitteln). Es ist gut, wenn mindestens ein Arzt über alle Ihre Medikamente Bescheid weiss.

Bei neueren Medikamenten, die noch nicht lange zugelassen sind, ist Vorsicht geboten, weil unsicher ist, wie genau sie bei Menschen wirken (Neben- und Wechselwirkungen). Auch wenn vor der Zulassung Studien mit Tieren und Menschen duchgeführt worden sind, zeichnet sich das Bild der Wirkung und der Nebenwirkungen erst richtig ab, wenn die breite Bevölkerung Zugang zu den Medikamenten hat.

Bei Verdacht auf eine toxische Leberschädigung trotz normaler Medikamenten-Dosis, ist es meistens ausreichend das Medikament abzusetzen, um fortgeschrittene Leberschäden zu vermeiden. Ohne Rücksprache mit einem Arzt sollten wichtige Medikamente – insbesondere z. Bsp. Bluthochdruckmittel oder Anti-Epileptika – nie selbst abgesetzt werden.

Wenn nur der Leberwert Gamma-GT angestiegen ist, die anderen Leberwerte (GOT und GPT) allerdings normal sind und keine Beschwerden vorliegen, weist das noch nicht auf eine geschädigte Leber hin.

Behandlung

Die Arzneimittel abzusetzen ist in den meisten Fällen die geeignete Massnahme. Je schneller auf Symptome reagiert wird, umso besser. Je nach Ausprägung ist eine Behandlung der Symptome angebracht. Eine gesunde Lebensweise ist auf jeden Fall vorteilhaft, um die Funktion der Leber zu unterstützen (unbedingter Verzicht auf Alkohol). Die Nützlichkeit von pflanzlichen «Leberschutzmitteln» bei toxischen Schäden der Leber ist bislang nicht bestätigt.

Bei einer Medikamenten-Überdosis ist dringend das nächste Spital aufzusuchen. Paracetamol ist einer der Wirkstoffe, bei dem bei einer Überdosierung eine stationäre Aufnahme erforderlich ist und ein Gegenmittel verabreicht werden muss. Ist die Leberschädigung durch über längere Zeit eingenommene Medikamente fortgeschritten, kann unter Umständen eine Lebertransplantation von Nöten sein.