Rückblick auf das Swiss Autoimmune Liver Disease Meeting und den SSAI Annual Congress 2026 in Lugano
Am 27. und 28. August 2026 fand in Lugano das Swiss Autoimmune Liver Disease Meeting gemeinsam mit dem Annual Congress der Swiss Society for Allergology and Immunology (SSAI) statt. Die Verbindung beider Fachgebiete bot eine spannende Gelegenheit, aktuelle Erkenntnisse aus Hepatologie und Immunologie zusammenzuführen und autoimmune und cholestatische Lebererkrankungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Im Mittelpunkt standen unter anderem die Autoimmunhepatitis (AIH), die primär biliäre Cholangitis (PBC) und die primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Die Vorträge zeigten, dass sich in diesem Bereich derzeit viel bewegt. Verschiedene neue Therapieansätze werden entwickelt, und einige Medikamente befinden sich bereits in klinischen Studien. Gleichzeitig bleiben Diagnose und Behandlung komplex. Thematisiert wurden beispielsweise die Herausforderungen bei der eindeutigen Diagnosestellung, die Rolle der Leberbiopsie sowie Fragen zur langfristigen Betreuung und Überwachung der Patientinnen und Patienten.
Ein wichtiger Schwerpunkt lag auch auf der Lebensqualität der Betroffenen. Juckreiz und Fatigue können den Alltag erheblich beeinträchtigen und fanden entsprechend auch in den wissenschaftlichen Diskussionen Beachtung. Besonders im Bereich Pruritus (Juckreiz) gibt es derzeit interessante Entwicklungen und neue Behandlungsmöglichkeiten. Für Swiss HePa ist dies eine wichtige Botschaft: Belastende Symptome sollten im Gespräch mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten aktiv angesprochen werden. Neben Laborwerten und anderen medizinischen Befunden sollte auch ihre Auswirkung auf den Alltag Teil der Behandlung sein.
Ein weiteres wichtiges Thema war die langfristige Überwachung der Erkrankungen und möglicher Komplikationen. Dazu gehört auch die Krebsfrüherkennung, deren Bedeutung bei verschiedenen autoimmunen und cholestatischen Lebererkrankungen diskutiert wurde. Für Betroffene unterstreicht dies, wie wichtig es ist, die empfohlenen Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen regelmässig wahrzunehmen.
Die Patientenperspektive als wichtiger Teil des Kongresses
Ein besonderer Programmpunkt war die Patient Session am Donnerstagabend. Claudia Rizzi stellte dort Swiss HePa und dessen Engagement für Menschen mit Lebererkrankungen vor. Neben medizinischen Fragen wurde auch die Bedeutung der psychischen Unterstützung beim Leben mit einer chronischen Lebererkrankung thematisiert. Zudem gab es Raum für persönliche Fragen und den Erfahrungsaustausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen. Dieser direkte Dialog machte deutlich, wie wichtig es ist, neben der medizinischen Behandlung auch die psychischen und alltäglichen Herausforderungen einer chronischen Erkrankung zu berücksichtigen.
Swiss HePa war an beiden Kongresstagen mit einem eigenen Stand präsent. Dies bot zahlreiche Gelegenheiten für persönliche Gespräche und einen wertvollen Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Fachpersonen. Dabei konnten bestehende Kontakte vertieft, neue geknüpft und die Anliegen von Menschen mit Lebererkrankungen eingebracht werden.
Für Swiss HePa zeigte der Kongress eindrücklich, dass die Forschung zu autoimmunen und cholestatischen Lebererkrankungen voranschreitet und neue Behandlungsmöglichkeiten entstehen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig eine ganzheitliche Betreuung ist, die neben einer sorgfältigen medizinischen Überwachung auch Lebensqualität, Symptommanagement und psychische Unterstützung berücksichtigt. Diese Themen möchte Swiss HePa auch weiterhin in den Austausch zwischen Betroffenen und behandelnden Fachpersonen einbringen.








